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Dirk Marquardt ist einer der besten Billardspieler in Delmenhorst und Vorsitzender der „Hustlers“.
Der 39-Jährige tritt für den 1. Pool-Billard-Verein Delmenhorst in der Regionalliga an. Er liebt die Königsdisziplin „14/1-Endlos“. Am Sonntag möchte Dirk Marquardt seinen Stadtmeister-Titel im 8-Ball verteidigen. Von Torsten Heidemann
Delmenhorst. Die linke Hand liegt auf dem grünen Tuch. Mit der rechten Hand packt Dirk Marquardt das Queue. Die Augen wandern hin und her. Von der Stoßkugel über die Zielkugel hinaus zum Loch und wieder zurück zur Queue-Spitze. „Billard ist eine wunderbare Mischung aus Konzentration und Technik“, sagt der 39-jährige Spieler des 1. Pool-Billard-Verein (PBV) Delmenhorst.
Der Weg vom Auge zur Hand kann ganz schön lang werden. Die Koordination erfordert viel Übung, wenn man auf dem Niveau der ersten PBV-Herren spielen möchte. „Hinzu kommen die physikalischen Aspekte mit der Bande und somit das Berechnen von Winkeln“, beschreibt Dirk Marquardt einen weiteren Punkt der „Faszination Billard“. Dieser ist der Kundenberater bei den Bremer Entsorgungsbetrieben mittlerweile seit über 20 Jahren erlegen.
„Angefangen habe ich in Kneipen und Spielotheken. Als Billard dann etwas mehr als Hobbyspielen werden sollte, bin ich zum Verein Billard-Freunde Bremen gegangen“, schildert der einstige Handballer seinen Übergang zum Billard. Was das Wohnen angeht, ist der gebürtige Delmenhorster vor elf Jahren nach Bremen gezogen. Mit dem Sport ist er genau den umgekehrten Weg gegangen: Seit acht Jahren spielt er mittlerweile für den PBV Delmenhorst, dessen Mitglieder sich „The Hustlers“ nennen. Die Namensgebung lehnt sich an einen Billard-Film mit Paul Newman aus dem Jahr 1961, der in Deutschland den Titel „Haie der Großstadt“ trägt.
Die Delmenhorster „Hustlers“ stehen derzeit in der Regionalliga auf Platz zwei. „Nur der Erste steigt auf und das werden wir nicht mehr schaffen“, gratuliert Marquardt kurz vor Ende der Saison schon einmal dem kommenden Meister Blau-Weiß Lohne. In der Einzelrangliste „14/1-Endlos“ belegt Marquardt in der gesamten Liga den zweiten Platz hinter dem ungeschlagenen Carsten Becker aus Lohne.
„14/1-Endlos“ ist die Königsdisziplin an den Poolbillard-Spieltagen. Außerdem wird 8-Ball und 9-Ball gespielt. „14/1-Endlos ist die Partie, die am längsten dauert“, beschreibt Marquardt sein Lieblingsspiel, bei dem man sich eine oder anderthalb Stunden mit seinem Gegner auseinandersetzt. Wenn von den 15 farbigen Kugeln 14 versenkt worden sind, dann wird neu aufgebaut und es geht mit der weißen und der letzten verbliebenen bunten Kugel dort weiter, wo sie liegen geblieben sind. Jede versenkte Kugel gibt einen Punkt.
Ganz endlos ist die Partie natürlich nicht. Wer zuerst 90 Punkte gesammelt hat, geht als Sieger vom Tisch. 87 Kugeln hat Dirk Marquardt schon mal bei einer Aufnahme – also am Stück – eingelocht. Selbst für den langjährig erfolgreichen Spieler bleiben also noch Ziele.
Mit der Mannschaft hat er schon mal eine Liga höher, also in der dritthöchsten Klasse, gespielt und im Einzel war er Vize-Landesmeister im „14/1-Endlos“. Bei den 17. Stadtmeisterschaften im Poolbillard, die an diesem Sonntag, 5. April, im „Just Pool“ an der Cramerstraße vom Delmenhorster Billard-Club ausgerichtet werden, geht er als Titelverteidiger im 8-Ball an den Start.
Aber es gibt auch den Funktionär Dirk Marquardt. Als Vorsitzender der „Hustlers“ macht er sich seine Gedanken über die Zukunft. „Die Jugendlichen fehlen“, klagt er über Nachwuchsmangel. Dabei seien die Bedingungen in der „Pool-Arena“ an der Elsflether Straße sehr gut. Zwar gibt es keine Übungsleiter wie in anderen Sportarten, aber wer wirklich etwas lernen möchte, kann sich von den etablierten Spielern sehr viel zeigen lassen und abgucken. Außerdem sind die vier Tische für Mitglieder rund um die Uhr zugänglich.
Ständiges Spielen ist ein Schlüssel zum Erfolg. Dirk Marquardt hat eine Zeit lang täglich am Tisch trainiert. Jetzt hält er sein Niveau mit zwei Übungseinheiten pro Woche. Und dann heißt es wieder: Die linke Hand liegt auf dem grünen Tuch, die rechte Hand hält das Queue. Die Augen wandern hin und her. Wer das Niveau von Dirk Marquardt erreicht, locht nicht nur ein. Er muss mehrere Schritte weiter denken. Denn im Endeffekt entscheidet die Ablage der „Weißen“ über den Erfolg.
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Delmenhorster „Hustler“ qualifiziert sich für Landesmeisterschaften
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Geschrieben von Daniel unter Presse | ![]()
Jürgen Heinken muss sich erst im Finale geschlagen geben
Auch bei überregionalen Wettbewerben kann der 1. Poolbillardverein Delmenhorst Werbung in eigener Sache betreiben.
Bei den am vergangenen Wochenende ausgetragenen Bezirkseinzelmeisterschaften der Senioren (40+) im 8-Ball in den Räumlichkeiten der Billardfreunde Bremen traten insgesamt 15 Spieler an.
Der 1. PBV stellte mit Robert Ebbecke, Jürgen Heinken, Roger Steinfeldt, Daniel und Jörg Wülbeck sowie Thomas Berg allein sechs Spieler.
Bei den zeitgleich in Hamburg bei den Harburg Hurricanes stattfindenden Bezirkseinzelmeisterschaften der bis 40-jährigen, mit einem Feld von 39 Spielern, haderte der einzige für Delmenhorst angetretene Spieler, Sebastian Bücking, mit dem Schicksal. Um sich zu qualifizieren hätte er Vierter werden müssen, verlor aber seine entscheidende Begegnung und musste sich mit Rang 6 abfinden.
In Bremen sorgten Jörg Wülbeck und anschließend Daniel Wülbeck mit ihren Siegen dafür, dass einer der Favoriten, Heiko Harries von BF Bremen, das Turnier als Letzter beenden musste.
Mit Robert Ebbecke, Roger Steinfeldt und Thomas Berg verabschiedeten sich wenig später aber auch drei „Hustlers“.
Daniel Wülbeck musste sich dann aber ebenso wie sein Bruder Jörg dem späteren Turniersieger Klaus Karow (BF Bremen) geschlagen geben.
Jürgen Heinken dagegen erreichte ungeschlagen das Finale.
Durch eine Wartezeit von fast drei Stunden hatte er Klaus Karow, der in der Verlierrerunde fast unentwegt am Tisch war und einen Gegner nach dem anderen eliminierte, aber nicht mehr viel entgegenzusetzen. Heinken unterlag mit 2:5.
Doch trotz dieser Niederlage hatte er einen Grund, sich zu freuen. Durch seinen zweiten Platz qualifizierte er sich für die Landesmeisterschaften, die mutmaßlich in Hannover ausgetragen werden. Mit einem weiteren Erfolg dort würde sich Heinken dann das Ticket für die Deutsche Meisterschaft erspielen.
Qualifiziert haben sich Klaus Karow (BF Bremen) als Turniersieger, Jürgen Heinken (1. PBV Delmenhorst)
als Zweitplatzierter und Andreas Lakemann (PBC Bremen-Neustadt) als Dritter.
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