1.PBV-Delmenhorst

Pool Billard Verein – The Hustlers

Nov/06

15

Der Nachläufer ist kein Selbstläufer

“Hustlers” erklären Schülern das korrekte Einlochen “Spiel die 15 als Nachläufer”, sagt Daniel Wülbeck. Alexander Haas sieht auf die Kugel, die vor der mittleren Tasche des Poolbillard-Tisches wartet. Er fährt mit dem Queue, das locker auf seiner Hand liegt, vor, zurück, vor und wieder zurück. Er fixiert die weiße Kugel: Er muss sie genau treffen, und zwar in der oberen Hälfte, sonst wird sie nicht nachlaufen.
Dann stößt er das Queue auf die Spielkugel, die 15 fällt in die Tasche, die Weiße stößt daneben gegen die Bande und liegt so, dass Alexander problemlos weiterspielen kann.
“Sehr gut”, lobt Wülbeck, einer von drei “Hustlern”, die gestern die Poolbillard-AG der Realschule an der Holbeinstraße besuchten, um den Kindern ein paar Tipps zu geben, wie sie in Zukunft besser einlochen.
Nach- und Rückläufer waren da ein Thema, aber vor allem ging es natürlich um die Ablage. Sprich: Dass die weiße Kugel sinnvoll gespielt wird.
Schließlich geht es im Pool nicht nur darum, einfach eine der farbigen Kugeln zu versenken. Die Kunst besteht darin, eine Farbige einzulochen und dabei die Weiße so zu platzieren, dass die nächste Halbe oder Ganze ohne Umwege angespielt werden kann.
“Es geht mir darum, das Stellungsspiel zu vermitteln”, sagt Wülbeck.Was gar nicht so einfach ist. Schließlich muss dafür die weiße Kugel ziemlich sauber gespielt werden. Und wenn der Nachläufer schon kein Selbstläufer ist, dann ist es der Rückläufer auf keinen Fall.
Das lernt auch Kai-Uwe an diesem Nachmittag in der Schulaula, in der drei Pool-Tische stehen. Für den Rückläufer muss die weiße Kugel in der unteren Hälfte mit dem Queue angestoßen werden, und zwar mit ein bisschen Schmackes.
Aber irgendwie will es Kai-Uwe nicht gelingen, ständig lupft er die Weiße über die Farbige. “Das wäre im richtigen Spiel ein Foul”, erklärt Wülbeck. Der Gegner dürfte dann weiterspielen.
Die Idee mit dem “Profi”-Training in der Arbeitsgemeinschaft hatte Jeanette Wührmann, Sozialpädagogin an der Realschule. “Als ich 2002 kam, habe ich gleich die Tische angeschafft”, erzählt sie. Sie wollte ein bisschen Leben in die Aula bringen.
Zehn Jungs haben sich in diesem Halbjahr für ihre AG angemeldet, aber an diesem Dienstagnachmittag sind deutlich mehr Kinder gekommen, um sich von den Billard-Experten ein paar Tricks und Schliffe erklären zu lassen. Und zwar so lange, bis es mit dem Nachläufer auch wirklich klappt.

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